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Lindenberger Korridor, Etappe 5

Vom S-Bahnhof Karow zum S-Bahnhof Röntgental

In dieser letzten Etappe meiner Wegbeschreibung ist nichts mehr vom originalen Lindenberger Korridor enthalten, da dieser, wenn es beim Planungsstand von 2008 bleibt, zwischen Lindenberg und Buch auf einer stark befahrenen Autostraße entlang führt. Auf dem von mir vorgeschlagenen Alternativweg kommt man sehr viel schöner zum Ziel, den ehemaligen Rieselfeldern in Hobrechtsfelde. Am Weg liegen mehrere Naturschutzgebiete, und es empfiehlt sich, ein Fernglas mitzunehmen.
Plus Von Karow aus geht es durch die Naturschutzgebiete Karower Teiche, Lietzengrabenniederung und Bogenseekette zu den ehemaligen Rieselfeldern in Hobrechtsfelde, die zum Landschaftsschutzgebiet Bucher Forst gehören. Man kann Natur erleben, Vögel beobachten und in den ehemaligen Hobrechtsfelder Rieselfeldern auf einem Rieselrundweg durch Infotafeln erfahren, wie sich das Gebiet vom Rieselfeld zu einer Erholungslandschaft entwickelt. Von dort kann man weiterwandern, z. B. zum Gorinsee, zur Schönower Heide oder nach Schönerlinde. Im gesamten Gebiet sind die Wege sehr gut ausgeschildert. Wegbeschaffenheit: Überwiegend Waldwege, Sandwege und Schotterwege.
Minus Um zu den Karower Teichen zu gelangen, muss man die stark befahrene Pankgrafenstraße entlanggehen, eine andere Möglichkeit gibt es nicht. Entlang der Teiche ist leider die nahe Autobahn 10 fast immer sehr stark zu hören.
Empfohlener Start: S-Bahnhof Karow

oder zur Wanderwegansicht
Sonnenaufgang an den Karower Teichen (2010)
Sonnenaufgang an den Karower Teichen (2010) Lindenberger Korridor, Etappe 5, Vom S-Bahnhof Karow zum S-Bahnhof Röntgental
Lietzengrabenniederung (2010) Lindenberger Korridor, Etappe 5, Vom S-Bahnhof Karow zum S-Bahnhof Röntgental
Lietzengrabenniederung (2010)
Bogenseenkette (2010) Lindenberger Korridor, Etappe 5, Vom S-Bahnhof Karow zum S-Bahnhof Röntgental
Bogenseenkette (2010)
Hobrechts Getreidespreicher (2010) Lindenberger Korridor, Etappe 5, Vom S-Bahnhof Karow zum S-Bahnhof Röntgental
Hobrechts Getreidespreicher (2010)
Spur der Steine Lindenberger Korridor, Etappe 5, Vom S-Bahnhof Karow zum S-Bahnhof Röntgental
Spur der Steine
Am S-Bahnhof Karow nehme ich den Ausgang zur Pankgrafenstraße rechts und gehe auf dieser Straße etwa 600 m bis zur Panke, wo der Pankeweg, ein Teilstück des Nord-Süd-Wegs (Weg 5), die Straße kreuzt. Ich gehe nach rechts ein Stück an der Panke entlang und biege an einer Infotafel nach links ab ins Naturschutzgebiet Karower Teiche. Auf 4 Aussichtsplattformen kann man hier Vögel beobachten. Eine Aussichtsplattform findet man an der nächsten Weggabelung kurz vom Weg abweicht, ein paar Meter weiter geradeaus am Schilfteich. Um die Wanderung fortzusetzen, gehe ich an der Weggabelung nach rechts. Links liegt die zum Schutz für rastende Zugvögel eingezäunte Gänsewiese. Der nächste Weg nach links führt zwischen den vier Teichen hindurch, links Schilfteich und Weidenteich, rechts Ententeich und Inselteich. Hier befinden sich die übrigen 3 Aussichtsplätze. Insel- und Weidenteich entstanden im 19. Jh. durch Torfabbau. Enten- und Schilfteich wurden später für die Fischzucht angelegt. Die Karower Teiche waren bis Mitte der 1980er Jahre Teil der Rieselfelder Buch/Karow. Sie können nur durch eine ständige Wasserversorgung über den Lietzengraben erhalten werden. 1994 unter Schutz gestellt, sind die Teiche Brutgebiet für mehr als 60 Vogelarten und Laichplatz für Amphibien, außerdem Lebensraum für viele Libellenarten. Hinter den Teichen folge ich einem Weg, der nach rechts abbiegt und parallel zur Bucher Straße verläuft, links Büsche, rechts eine weitere eingezäunte Wiese. Am nächsten Ausgang nach links zur Bucher Straße an einer weiteren Infotafel gehe ich scharf links hinaus und überquere die Bucher Straße, die hier in die Hobrechtsfelder Chaussee, bzw. Hobrechtsfelder Brücke, übergeht. Auf der anderen Straßenseite gehe ich nach rechts, überquere den Lietzengraben und biege kurz vor der Autobahn nach links ab. Nun gehe ich zwischen Lietzengraben links und Autobahn rechts bis zur Autobahn-Unterführung, um neben dem Lietzengraben die Autobahn zu unterqueren. Hinter der Unterführung gehe ich erst nach rechts an der Autobahn, dann nach links an der Hobrechtsfelder Chaussee entlang und noch einmal nach links, so dass ich wieder auf den Lietzengraben treffe (gerade am Graben entlang gibt es keinen Weg), dann nach rechts am Graben (linkerhand) entlang bis zu einem Übergang. An dieser Stelle sieht es so aus, als ginge es auf der rechten Seite des Grabens nicht weiter. Es gibt aber einen schmalen Pfad, und ich finde versteckt hinter Schilf auf der rechten Seite (dahinter ein zweiter Graben, links ein Zaun) eine Bahn-Unterführung. Hinter der Unterführung befinde ich mich schon in einem Naturschutzgebiet, das sich in die Lietzengrabenniederung und die Bogenseekette teilt. Ich gehe nach links und komme zu einer Weggabelung. Der rechte Weg führt an der Seenkette und dem Seegraben entlang, der linke verläuft am Rand der Lietzengrabenniederung. Ich nehme den rechten Weg und gehe an allen Abzweigen, die nach rechts führen, vorbei. Kleine Abstecher sind aber lohnenswert, um den Blick auf die Teiche zu genießen. Der erste Querweg nach rechts teilt den südlichen Karpfenteich, der zweite Querweg verläuft zwischen beiden Karpfenteichen, und der dritte Querweg bietet mit einer Aussichtsplattform einen guten Beobachtungsplatz auf den Bogensee. Um die Wanderung fortzusetzen, gehe ich am äußeren Rand der Seenkette auf einem schmalen Schotterweg entlang. Zwischen Weg und Wasser wachsen Bäume, besonders Erlen, aber auch Traubenkirschen, Eschen und sehr hohe alte Pappeln. Viel Totholz (liegend und stehend) sorgt für ein Urwaldgefühl und bietet Lebensraum für Kleinstlebewesen und Käfer. Im Sommer gibt es hier viele Mücken. Der Weg wird dann zum Schluss, entlang des Seegrabens, zu einem schmalen Pfad. Ich komme an der Schönerlinder Straße heraus (auch der Weg am rechten Rand der Lietzengrabenniederung führt zu dieser Stelle).
Ich überquere die Schönerlinder Straße, gehe weiter am Seegraben entlang und komme zu den ehemaligen Hobrechtsfelder Rieselfeldern, deren Mittelpunkt das Stadtgut Hobrechtsfelde war, benannt nach dem damaligen Stadtbaurat James Hobrecht (19. Jh.), der wegen der schlechten hygienischen Verhältnisse in Berlin einen Plan für eine Kanalisation entwickelte, nach dem an 12 Pumpstationen das Abwasser gesammelt und auf den Rieselfeldern verrieselt wurde. Markantestes Gebäude von Hobrechtsfelde ist der alte Getreidespeicher mit dem pyramidenförmigen Dach, ein sechsstöckiger Rieselspeicher mit 900 t Fassungsvermögen.
Das gesamte Gebiet ist sehr gut ausgeschildert. Ich gehe nun weiter am Seegraben entlang und folge den ersten Hinweisschildern, die alle nach rechts über den Graben weisen, und folge dem Weg in den Wald hinein. Der Weg beschreibt einen Linksbogen und trifft wieder auf den Seegraben, den ich auf einer Brücke überquere. Ich gehe nun auf einem geraden Schotterweg nach rechts und sehe am Wegesrand Steinskulpturen, die „Steine ohne Gren-zen“. Es sind Skulpturen von Künstlern aus aller Welt (Steinskulpturen, aber auch Holzobjekte), die während der Bildhauersymposien Steine ohne Grenzen geschaffen wurden. Die Steinskulpturen passen gut in die durch die frühere Rieselfeldnutzung geprägte Landschaft und schaffen eine einzigartige Atmosphäre. Auf Führungen, die das Forstamt auf Anfrage durchführt, kann man u. a. zur Entstehung der Skulpturen interessante Geschichten erfahren. Statt nun auf diesem geraden Weg zur Hobrechtsfelder Chaussee zu gehen, nehme ich den schöneren Weg nach links, vorbei an einer eingezäunten Weide bis zu einer Infotafel über das Beweidungsprojekt. Auf Führungen (NABU) kann man sich näher informieren. Nachdem die Aufforstung des Gebietes 1985 nicht erfolgreich war, entstand eine halboffene Landschaft. Die Beweidung mit Pferden und Rindern soll nun die offenen und halboffenen Landschaftsanteile erhalten. Das Ziel ist eine Mischung aus Wald, Wiesen und Büschen. An der Infotafel biege ich in einen schmalen Weg nach rechts ein. Auf diesem Weg komme ich, wie auf dem geraden Weg, zum Parkplatz „Steine ohne Grenzen“ an der Hobrechtsfelder Chaussee und treffe am Wegrand auf weitere Steinskulpturen.

Rieselrundweg
Vom Parkplatz aus kann man zu einem Rundgang auf einem mit alten Rieselfeldrohren aus-geschilderten Riesellehrpfad (Rundweg, ca. 1 Std.) aufbrechen, mit Relikten der Rieselfeldwirtschaft, wie z. B. Schieber und Rieselwärterhäuschen, und sich über die Entwicklung des Gebietes vom Rieselfeld zur Erholungslandschaft informieren. Mit Hilfe von Reinigungsteichen wird das Gebiet wieder neu bewässert, um Feuchtgebiete als Lebensraum für Tiere und Pflanzen zu erhalten. Das wurde notwendig, weil nach Aufgabe der Rieselfeldnutzung ein Wassermangel entstand. Das Wasser wird nach Passage der Reinigungsteiche in den Lietzengraben geleitet, der die Feuchtgebiete Bogenseekette und Karower Teiche speist.
Im Hobrechtswald versucht man mit dem sog. Bucher Verfahren die mit Schadstoffen belasteten Böden mit Hilfe von Lehmschichten zu reinigen.

Vom Parkplatz an der Hobrechtsfelder Chaussee ist die Entfernung zum S-Bahnhof Buch (der Ausschilderung folgen) oder Röntgental etwa die gleiche. Ich empfehle den schöneren Weg zum S-Bahnhof Röntgental. Um nach Röntgental zu kommen, gehe ich nach Überque-rung der Hobrechtsfelder Chaussee gerade in den Wald hinein und komme zu einem Hauptweg mit Steinskulpturen, dort biege ich links ab, um gleich wieder nach rechts zu gehen, an einer Wiese hinter einem Wall entlang (linkerhand) - alte Rieselfeldstrukturen, die man hier überall findet. An einer Weggabelung gehe ich nach links auf die andere Seite der Wiese und folge dem unbefestigten Weg nach rechts. Dieser Weg führt mich über einen Graben hinüber und zu einem Tor in die Laubenkolonie „Buchenallee“ hinein, die ich durch ein weiteres Tor wieder verlasse. Ich biege dann scharf links in die Buchenallee ein, die durch das Naturschutzgebiet „Ausstichgelände“ führt. Das Ausstichgelände ist eine künstliche Senke, die um 1920 durch Sandentnahme zum Bau der Berliner S-Bahn entstand. Im Gebiet findet man Erlenbruchwald, der im Frühjahr teilweise unter Wasser steht, und größere mit Röhricht und Weiden durchsetzte Wasserflächen, Lebensraum für Amphibien und Wasservögel. Nach Durchquerung des Naturschutzgebietes (rechts und links ein Zaun), biege ich in einen Waldweg rechts ein und folge am Ende an einer Weggabelung dem Weg nach links durch eine Laubenkolonie, der mich direkt zum S-Bahnhof Röntgental führt.

Weitere lohnenswerte Ziele, die man gut von den ehemaligen Rieselfeldern Hobrechtsfelde aus ansteuern könnte:
· Gorinsee

· Naturschutzgebiet Schönower Heide mit Rundweg und Aussichtsturm

· Schlosspark Buch, Ende des 17. JH von Freiherr von Pöllnitz gestaltet, der das Wasser der Panke in Teiche und Kanäle umleitete. 14 Brücken gibt es im Park. Sehenswert sind einige sehr alte Eichen (am Eingang in der Wiltbergstraße und in der Nähe eines Denkmals für die Gefallenen der Sowjetarmee an der Parkgrenze zur Wiltbergstraße).

· Moorlinse am S-Bahnhof Buch: Biotop mit guten Beobachtungsmöglichkeiten von Vögeln

· Naturschutzgebiet Mittelbruch mit alten Torfstichen vom S-Bahnhof Buch über die Eupener Straße oder vom S-Bahnhof Röntgental südwestlich der Laubenkolonie „Buchenallee“: Vom Eingang an der Buchenallee führt ein schmaler Pfad links an der Laubenkolonie vorbei zum Nordstich.

April 2010
Autor: Regina Henke
Anfahrt mit Bus + Bahn:
S-Bahn: Karow
S-Bahn: Röntgental

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